Vom 13-14.06.2015 fand der Double Ultra Triathlon (DUT) in meiner Heimatstadt Emsdetten statt.
Bei diesem Wettkampf stand ich ausnahmsweise mal nicht als Sportler im Mittelpunkt. Stattdessen habe ich bei der Veranstaltung  als Helfer versucht mit dazu beizutragen, dass diese Veranstaltung für die Athleten zu einem einmaligen Erlebnis wurde. Dass der DUT auch für mich zum absoluten Highlight wurde, hätte ich im Vorfeld nicht gedacht.

Bei dem Double Ultra Triathlon absolvieren die Athleten 2 Langdistanzen am Stück.
In Zahlen bedeutet das:

Für die zahlreichen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer, ohne die es diesen Wettkampf nicht gegeben hätte, bedeutet es ein Wochenende mit wenig Schlaf, aber dafür mit sehr viel Freude und vielen tollen Erlebnissen.

 

 (alle Fotos in diesem Beitrag: Hendrick Austrup – LG Emsdetten)

Nachdem bei der DUT Premiere 2013 die Zeitmessung mitten in der Nacht ausgefallen war, blickte die ganze Triathlon-Ultra-Szene gespannt nach Emsdetten und hoffte, dass diesmal alles glatt über die Bühne lief. Um ein wenig Spannung rauszunehmen, kann ich vorab beruhigen und sagen, dass die Zeitmessung ohne Probleme lief.

Der DUT startete am 12.06.15 abends mit der Wettkampfbesprechung und der anschließenden Athletenvorstellung. Ein befreundeter Athlet, den ich beim 6h-Lauf in Münster kennengelernt habe, sagte mir nachher, dass diese Eröffnung für ihn schon sehr emotional war. Die persönliche Vorstellung jedes einzelnen Athleten war für ihn etwas ganz besonders. Dieses besondere familiäre und persönliche Flair machen diese Ultra-Veranstaltungen eben aus.

Aufgrund meiner medialen Kompetenzen 😉 war ich beim DUT für die Bedienung der LED-Wand zuständig. Diese wurde für die Veranstaltung zum ersten Mal ausgeliehen und sollte den Zuschauern aktuelle Ergebnisse und Videos vom Wettkampf zeigen, um die Veranstaltung attraktiver für Zuschauer zu machen. Für die Videos war ich dann auch über den gesamten Wettkampf mit der Videokamera unterwegs, um ein paar Eindrücke aufzunehmen. Diese habe ich dann zu kurzen Clips zusammengeschnitten und den Zuschauern im Laufe der Veranstaltung gezeigt. So bekamen sie einen Eindruck von dem gesamten Wettkampf. Zum Beispiel zeigte ich eine kurze Zusammenfassung vom Schwimmen oder von der Radstrecke. Natürlich durften auch Impressionen aus der Nacht nicht fehlen.

Neben der LED-Video-Wand gab es zusätzlich zum ersten Mal auch eine überdachte Sitzplatztribüne. Beide Neuheiten zeigten sich als äußerst gewinnbringend für die Veranstaltung und hielten so viele Zuschauer an der Strecke.

 

 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass für die Athleten diese Anfeuerungsrufe gerade in den schwierigen Stunden (die bei so einem langen Wettkampf früher oder später sowieso kommen) enorm wichtig sind. Als besonderer „Edelfan“ war wieder der Handball-Torhüter des ortsansässigen Zweitligsten TV Emsdetten (Nils Babin) an der Strecke. In meiner Handballzeit durfte ich noch mit ihm im Jugendbereich zusammen spielen. Es hat mich sehr gefreut, dass er – wie auch schon bei der Premiere 2013 – zusammen mit seinen Freunden die Athleten fast über die gesamte Wettkampfzeit mit Laola-Wellen anfeuerte und seine Eindrücke auch in einem Leserbrief in der Emsdettener Volkszeitung schilderte.

 

 

Das ganze Wochenende in diesem Beitrag zu beschreiben, würde leider den Rahmen sprengen. Ich versuche dennoch einige Highlights zu beschreiben.

Der gemeinsame Zieleinlauf nach 22:33:30 h von Richard Widmer und Mark Hohe-Dorst war natürlich ein erster Höhepunkt am frühen Sonntagmorgen. Mit zwei ersten Plätzen hatten wir nicht gerechnet. Richard war kurz vor Schluss zu Mark aufgefaaufen und spielte damit wieder einmal seine Laufstärke aus. Sie einigten sich dann aber darauf gemeinsam ins Ziel zu laufen. Eine schöne und sportliche Geste. In anderen Sportarten wohl kaum denkbar.
Richard hatte schon 2013 in Emsdetten gewonnen und ist Weltmeister im Triple-Ultra-Triathlon (11,4 km Schwimmen; 540 km Radfahren; 126,6 km Laufen). Was diesen Sportler ausmacht, könnt ihr in diesem Bericht nachlesen. Auch Mark Hohe-Dorst ist ein absolutes Paradebeispiel für die Ultraszene. Wenn man denkt, dass es nicht mehr verrückter geht, findet man immer wieder einen, der noch einen drauf setzt. Mark will 2015 in 14 Wochen alle 13 Langdistanzen in Deutschland (incl. dem DUT bei uns und dem Triple-Ultra-Triatlohn in Lehnsahn) als erster Athlet überhaupt absolvieren. Da es zeitliche Überschneidungen mit den Veranstaltungen in Moritzburg und Berlin gibt, macht er als Ausgleich den Double-Ultra-Triathlon in Murska Sobota. Sein Vorhaben und Eindrücke  vom DUT Emsdetten schildert er in einem Interview im Rahmen des Triathlon-Stammtisch von triathlon-szene.de (zum Video). Wenn ihr sein Vorhaben unterstützen wollt, schaut doch mal auf seiner Facebookseite: www.facebook.com/ultrathlet und auf www.ultraathlet.de vorbei. Ein Besuch lohnt sich. Ein Dankesschreiben von Richard und Mark an die Zuschauer und Helfer findet ihr übrigens auf alles-detten.de.

 

 

Eigentlich könnte ich bzw. müsste ich jetzt noch über jeden einzelnen Athleten etwas schreiben, denn die Leistungen von jedem war einfach überwältigend. Ich greife jetzt allerdings aus Zeitgründen nur zwei Athleten besonders heraus, die mich schon selber bei meinen Sportabenteuern begleitetet haben. Zum einen ist das Martin Hansel aus Wilnsdorf. Mit ihm durfte ich die ersten Runden des 6h-Lauf Münsters gemeinsam laufen. Ich freue mich besonders für ihn, dass er den DUT geschafft hat. Leider konnte ich seinen Zieleinlauf nicht verfolgen, weil auch ich mich kurz für 2 h schlafen legen musste. Ansonsten hätte ich das Wochenende nicht überstanden.
Zum anderen ziehe ich meinen Hut vor Peter Knein (www.knein-world.de), der den Ultra mal wieder einfach so „abgespult“ hat. Es ist einfach schön mit anzusehen, mit welcher Routine und Gelassenheit er die Ultras angeht. Er hat mich bei meinem Rückwärtsmarathon in Münster begleitet und mir den Weg gezeigt. Damals hatten wir knapp 4h Zeit, um über uns und den (Ultra-)Sport zu reden. Er sagte er mir zum Beispiel, dass wenn ich nicht Angst vor dem Erreichen eines Zieles hätte, dann wäre das Ziel zu niedrig gesteckt. Das beherzige ich in letzter Zeit bei der Wahl meiner nächsten sportlichen Abenteuer und ziehe mir daraus zusätzliche Motivation;-). Eine kleine Anekdote kann ich von Peter noch erzählen. Als der Moderator ihn auf der Laufstrecke fragte, wie es ihm ging, erwiderte Peter in etwa: „Ich fühle mich so, als wenn die Ganze Zeit eine Faust von unten zwischen die Beine hämmert. Die anderen haben so Druck auf der Radstrecke gemacht, dass ich die Quittung jetzt auf der Laufstrecke kriege“. Für Peter ist nach dem Wettkampf vor dem Wettkampf. Er startet natürlich auch beim Triple Ultra Triathlon in Lehnsan (24.07.15). 2016 plant er als Krönung am Deca (10-fachen) Ultratriathlon (38 km Schwimmen; 1800 km Radfahren; 433 km Laufen) in Deutschland teilzunehmen. Ich mache ja auch schon viel, aber jede diese Distanzen wäre allein für mich schon eine große Herausforderung. Ich habe absoluten Respekt davor, sich so etwas anzutun. Aber diese Damen und Herren haben einfach diese riesengroße Motivation und meistern auch solche Strecken.

 

 

Das nächste Highlight im Ziel war ein ganz besonders. Hier hatte wohl so manche Zuschauerin die Tränen in den Augen. Einige im Orgateam waren schon vorab eingeweiht. Ich nicht, aber Gott sei Dank war ich gerade am filmen und konnte den Moment festhalten. Seht euch das Video am besten selber an.

 

 

Der Athlet Martijn Dresen machte nach 30:58:07 seiner Freundin einen Heiratsantrag. Diese Frage hatte er 452 km mit sich geschleppt. Das war für ihn sicherlich Motivation pur.

Kurz danach folgte schon der nächste Höhepunkt. Der Emsdettener Guido Bünker hatte im Vorfeld viele Skeptiker, aber am Ende konnte er den DUT tatsächlich finishen. Nach einer kurzen Unterbrechung auf dem Rad, bei der er wohl kurz vor der Aufgabe stand, konnte er sich noch einmal zurück ins Rennen kämpfen und mit einer konstanten Laufleistung (seiner eigentlich schwächsten Disziplin) den DUT beenden. Auf der letzten Runde wird den Athleten traditionell die Landesfahne in die Hand gegeben und die Betreuer begleiten die Athleten auf den letzten Metern. Guido wurde als Anerkennung für seine Leistung vom halben Verein der LG Emsdetten auf seinen letzten Metern begleitet und im Ziel empfangen. Hut ab für diese Willensleistung.

Kurz danach kam natürlich schon von unserem Vereinsvorsitzenden die Frage, wer den nun 2017 als Lokalmatador startet. Er nannte mich als möglichen Kandidaten. Ich schweige da jetzt mal lieber zu.

Auch nach gut einem Monat sind mir die Impressionen des DUT noch immer im Kopf. Wenn ich jetzt mal wieder im Training oder im Wettkampf leide, denke ich an die Strapazen der Athleten und rede mir ein, dass es bei mir wohl nicht so schlimm sein kann. Falls ihr dieses Jahr nicht beim DUT waren, kommt 2017. Vielleicht tragen wir dann sogar die Weltmeisterschaft aus.

Als kleinen Abschluss dieses Beitrages möchte ich euch noch das after-movie des DUT empfehlen.

 

Ein weiteres lustiges Video ist das Video der CaBaNauTen. Die Betreuer dieser Athleten haben für viel Stimmung an und auf der Strecke gesorgt und daraus ein Video zusammengeschnitten. Schaut es euch am besten selber an. Läufer der CaBaNauTen durfte ich ürbrigens zum ersten Mal beim 6h-Lauf Münster kennenlernen, also sie einen ganzen Marathon mit einem kleinen selbstgebauten Imbisswagen liefen (s. Foto).

 

 

Zum Abschluss folgt wie gewohnt eine Zusammenfassung der Artikel zu diesem Wettbewerb:

Berichte Athleten:

Presse:

Bilder vom Wettkampf:

Videos:

Im Vorfeld habe ich außerdem für die Veranstaltung das Video zur Wettkampfbesprechung erstellt. Dieses könnt ihr euch hier ansehen: