Kann man auch mit Barfußschuhen lange rückwärts laufen? Auf diese Frage möchte ich in den nächsten Wochen und Monaten eine Antwort finden. Für den Einstieg habe ich von der Firma leguano Barfußschuhe den Allrounderschuh „aktiv“ (https://www.leguano.eu/produkte/aktiv/aktiv-lavaschwarz.html) zum Testen bekommen.
Mein Plan sieht zunächst vor, mich über 4 Wochen im Alltag an den neuen Schuh zu gewöhnen. Anschließend werde ich die ersten Rückwärtsläufe mit den leguanos machen und dabei langsam die Distanzen steigern. Meine Erfahrungen mit den neuen Schuhen werde ich in regelmäßigen Abständen in diesem Beitrag posten.

04.09.17 Meine erste Wanderung mit den neuen Schuhen

Für den Powerman Zofingen war ich in der Schweiz unterwegs. Natürlich nutze ich auch die Berge vor der Tür für eine kleine Wanderung. Trotz müder Füße und brennender Waden wollte ich ausprobieren wie sich die neuen Leguanos im Gelände anfühlen. Mein Fazit fällt insgesamt sehr positiv aus. Die Sohle der Barfußschuhe ist zwar sehr dünn, so dass man jeden Stein merkt, aber daran gewöhnt man sich schnell. Durch den unmittelbaren Kontakt zum Waldboden habe ich den Untergrund viel intensiver wahrgenommen. Die Abwechslung von steinigen Untergrund, Laubboden und matschigen, weichen Untergrund war wie eine Fußmassage. Auch nasse und rutschige Stellen waren kein Problem, denn durch die speziellen Sohlen mit den Noppen hat man in den Schuhen einen festen Halt und immer trockene Füße. Fazit: Das war sicherlich nicht meine letzte Wanderung mit den leguanos.

26.09.17 Barfuß oder mit Socken?

Eigentlich wird empfohlen in den lequanos natürlich keine Socken zu tragen. Ich bin bei den herbstlichen Temperaturen allerdings noch zu sehr Weichei und trage doch lieber Socken. Ich freue mich aber schon bei sommerlichen Temperaturen im nächsten Jahr ohne Socken in die Schuhe zu steigen. Das Material der Schuhe ist so gemacht, dass man ohne Socken problemlos laufen kann. Praktisch ist dabei, dass man die Schuhe bei 30 Grad in die Waschmaschine stecken kann.
Nach einem Monat in den leguano Barfußschuhen möchte ich ein erstes kleines Zwischenfazit ziehen. Das positive Vorweg: ich habe die Barfußschuhe noch nicht an den Nagel gehangen. Der Weg zum Barfußschuhläufer ist allerdings kein Selbstläufer. Lege ich am Tag abseits vom Büro längere Wegstrecken zurück, merke ich, dass die Fußmuskulatur im Vergleich zum Laufen in normalen Schuhen mehr gefordert ist. Der Fußballen war am Anfang noch ein wenig empfindlich, aber mit jedem Schritt mehr in den Barfußschuhen passt sich die Fußmuskulatur immer besser an. Ich wähle mir mittlerweile den Untergrund bewusster aus. Bei asphaltierten Wegen gehen ich lieber außerhalb des Weges auf den Grünstreifen und genieße den weichen Untergrund.

08.10.17  Das Material der Schuhe.
Der leguano aktiv sieht eigentlich so aus wie ein ganz normaler Schuhe. Im Alltag fällt er kaum als Barfußschuh auf. Falls ihr euch gefragt habt, aus welchem Material der Schuhe besteht, gibt es in diesem Beitrag die Antwort.
Das Obermaterial besteht zu 90 % aus Polyester und zu 10 % aus Elasthan. Für das Futter und die Innensohle wurden Mikrofasern verwendet. Das Trägermaterial der Innensohle setzt sich je zur Hälfte aus Viskose und Mikrofasern zusammen. Das Strukurgewebe sorgt für einen luftigen Tragekomfort. Bei den Schuhen sehe ich zur Zeit allerdings das Problem, dass sie nach häufiger Nutzung unangenehm riechen. Da man die Schuhe allerdings in der Waschmaschine waschen kann, hat man dieses Problem schnell beseitigt. Bei der Wäsche sollte man ein Wäschenetz verwenden, um die die Haltbarkeit der Schuhe nicht zu gefährden. Laut Hersteller halten die Schuhe für ca. 800 – 1000 km aus Asphalt. Diese Angabe werde ich dann später überprüfen 😉
Das Material der biegsamem Sohle ist Lifolit. Das ist ein sehr widerstandsfähiges, aber höchst flexibles Material, das den Fuß in seiner Beweglichkeit nicht einschränkt. Probiert es einfach mal selber aus. Eure Füße werde es lieben, nicht mehr im „festen Schuhwerk gefangen zu sein“.

22.10.17 Die ersten Kilometer rückwärts
Gestern bin ich meine ersten 10 km rückwärts komplett mit Barfußschuhen gelaufen. Einen Tag danach freue ich mich noch immer über den Muskelkater unter meinen Füßen. Ein schönes Gefühl Muskeln zu spüren, die man sonst zu sehr vernachlässigt. Woher kommt der Muskelkater?  Im Vergleich zu normalen Laufschuhen ist das Fußgewölbe nicht durch die starre Sohle fixiert, sondern muss mehr arbeiten. Die Sohle der Barfußschuhe ist flexibel und passt sich dem natürlichen Abrollverhalten des Fußes an. Die Fußmuskulatur muss dafür natürlich langsam aufgebaut werden. Ich würde deswegen nicht jedem Läufer empfehlen gleich zum Einstieg 10 km mit Barfußschuhen zu laufen. Vielmehr sollte die Eingewöhnung Schritt für Schritt mit kleinen Einheiten vollzogen und bei Schmerzen abgebrochen werden. Bei meinem ersten 10 km Rückwärtslauf bin ich komplett auf Asphalt gelaufen, da es dunkel war und diese Strecke beleuchtet war. Auch das ist nicht zu empfehlen, denn die Druckkräfte auf den Fußballen sind auf Asphalt um einiges höher im Vergleich zu denen auf weichem Untergrund. Im Vergleich zum Rückwärtslaufen mit normalen Laufschuhen musste ich außerdem feststellen, dass ich noch achtsamer laufen muss. Ein Schlagloch kann mit normalen Laufschuhe problemlos überlaufen werden. Mit Barfußschuhen gestaltet sich das Ganze ein bisschen schwieriger und ich muss aufpassen nicht zu stürzen. Das Laufen in Barfußschuhen ist also ein optimales Achtsamkeits- und Koordinationstraining für einen Rückwärtsläufer.

Ich freue mich auf meinem nächsten Rückwärtslauf mit den Barfußschuhen. Dann werde ich mir eine Strecke mit weicherem Untergrund aussuchen. Dort macht das Laufen mit den Schuhen noch mehr Spaß, weil man den Untergrund intensiver wahrnimmt.