Zeitungsbericht aus der Emsdettener Volkszeitung vom 04.08.2014

„Halbmarathon-Weltmeister im Rückwärtslaufen Jürgens: „Ein geniales Erlebnis“

EMSDETTEN Sonne, Pizza, Rotwein, Urlaub. Das sind wohl die meisten Begriffe, die Emsdettener mit Italien in Verbindung bringen. Markus Jürgens war am Wochenende dort. Doch mit den oben genannten Begriffen hatte er nichts am Hut.

Er reiste nach Saint Vincent im Aosta-Tal, um an der Weltmeisterschaft im Rückwärtslaufen über die Halbmarathon-Distanz teilzunehmen. Und kehrte als Weltmeister nach Emsdetten zurück.  Vom 1. bis 3. August fanden in Saint Vincent, Saint Christophe und Chatillon die Weltmeisterschaften im Rückwärtslaufen auf allen üblichen Distanzen vom 100-Meter-Lauf bis zum Halbmarathon statt.

Zehn Stunden Fahrt

Als Markus Jürgens am 2. August nach zehnstündiger Autofahrt ankam, wurde gerade der Fünf-Kilometer-Lauf gestartet. Kurzentschlossen entschied sich Jürgens, daran teilzunehmen, quasi zum Aufwärmen für den Halbmarathon am nächsten Tag. In 24:14 Minuten wurde er Gesamtdritter, Zweiter seiner Altersklasse. Sieger war Achim Aretz, der Jürgens im Vorfeld gecoacht hatte und ihn überhaupt erst zum Rückwärtslaufen gebracht hatte.
Die eigentlich Bewährungsprobe folgte am Sonntag um 9 Uhr. Da es den ganzen Morgen durchregnete, verzichteten einige Akteure auf den Start, schließlich gab es nur zehn Finisher. Nach einem unglaublich packenden Lauf.

Schwere Strecke

„Die Strecke war sehr schwer. Eine Pendelstrecke in einer Einkaufspassage musste 16-einhalb Mal durchlaufen werden. Daher musste 24 Mal ein 180-Grad-Turn gelaufen werden. Dabei galt es, höllisch aufzupassen, nicht gegen ein Absperrgitter oder Ähnliches zu laufen. Glücklicherweise hatte ich keine Stürze“, so Jürgens.

Von Beginn an Zweiter

Die ersten Drei lieferten sich ein an Spannung kaum zu überbietendes Rennen. „Ich lag eigentlich von Beginn an auf Platz zwei , denn ein Italiener legte ein gutes Tempo vor“, beschreibt Markus Jürgens seinen Lauf. „Die ersten sechs Kilometer lief ich circa zehn Meter hinter ihm, so dass er mich die ganze Zeit im Blick hatte.“ Dann erhöhte der Italiener sein Tempo, Jürgens konnte und wollte nicht mehr mitgehen, um nicht zu früh sein gesamtes Pulver zu verschießen. Nach 18 Kilometern hatte der Führende so einen Vorsprung von rund 1:10 Minuten herausgelaufen. „Doch dann musste er seinem Tempo langsam Tribut zollen. Ich konnte Sekunde um Sekunde aufholen“, beschreibt Jürgens die Aufholjagd, die kurz vor dem Ziel erfolgreich sein wollte. „Die anderen Rückwärtsläufer aus Deutschland, die bei diesem Lauf nicht dabei waren, feuerten mich kräftig an und sagten mir die Zwischenstände an“, profitierte Jürgens von den Zurufen der Zuschauer. Und seine Hoffnung wuchs von Minute zu Minute. „Ich wurde so gepusht, dass ich nicht nur dicht an den Führenden herankam, sondern ihn rund 100 Meter vor dem Ziel überholte.“

Zwei Sekunden Vorsprung

Nach einer Stunde 50 Minuten und zwei Sekunden überquerte Markus Jürgens die Ziellinie, sein Konkurrent erreichte das Ziel nur zwei Sekunden später.
„Es war ein einmaliges Gefühl, das Rennen noch auf den letzten Metern zu gewinnen. Das zeigte mir einmal mehr, wie wichtig es auch beim Rückwärtslaufen ist, ein konstantes Tempo zu laufen“, so Jürgens direkt nach dem Zieleinlauf.
Dritter wurde der Deutsche Marc Ocklenburg in 1:52:01 Stunden. Er hatte am Freitag zusätzlich noch den Zehn-Kilometer-Lauf absolviert, während der Silbermedaillen-Gewinner nur im Halbmarathon auf der Strecke war.

Erster Weltmeister

„Diese Weltmeisterschaft war einfach ein geniales Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde“, war Markus Jürgens begeistert – nicht nur, weil er sich allererster Weltmeister im Rückwärtslaufen auf der Halbmarathon-Strecke nennen darf. Während die anderen Strecken nämlich schon seit Jahren auf dem Programm stehen, wurde der Halbmarathon am Wochenende erstmals gelaufen.“

Bilder

 

(Fotos: Tobias Heide und Eric Salomon)

 

Strecke

Presse:

Vorbericht in der Emsdettener Volkszeitung am 20.07.2014

Bericht in der Emsdettener Volkszeitung am 04.08.2014